Sinne der Katze

Die Sinne der Katze sind auf ihr Leben als „Raubtier“ ausgerichtet. Eine Katze verfügt wie wir Menschen über die Sinne:

  • Sehen
  • Hören
  • Riechen
  • Schmecken
  • Tasten

Allerdings sind die Sinne der Katzen anders ausgeprägt als beim Menschen. Außer diesen 5 Sinnen verfügen Katzen noch über weitere Sinne, wie den Gleichgewichtssinn, der zwar grundsätzlich auch beim Menschen vorhanden ist, bei der Katze aber weitaus besser funktioniert und natürlich der Ortssinn, der Katzen die Fähigkeit selbst über große Entfernungen ihr Heim wiederzufinden verleiht.

Sehen

Katzen sehen am besten auf einer Distanz von 4 bis 6 Metern, von oberhalb von mindestens 25 Zentimetern über dem Boden. Sie haben mit ihren Augen einen Sehwinkel von etwa 200°. Das Gesichtsfeld einer Katze, d.h. der Bereich, in dem diese ohne eine Drehung des Kopfes sehen kann, ist dadurch erheblich größer als das unsere.

Bei Dunkelheit können sich die Pupillen der Katze bis etwa 90 Prozent der Augenfläche weiten und es reicht ihr noch ein Sechstel der Lichtmenge, die ein menschliches Auge benötigen würde, um ein Bild zu sehen. Grund für diese besondere Leistung der Augen ist der Aufbau des Katzenauges, das sich vom menschlichen Auge in einigen wichtigen Punkten unterscheidet.

Die Zapfen im Auge einer Katze sind zum Farbsehen – grün/blau – da. Katzen können Farben unterscheiden. Blau, Grün und Gelb werden gut, Rot wahrscheinlich gar nicht gesehen.

Die Katze verfügt im Gegensatz zum Menschen nur über 26.000 Zapfen/Quadratmillimeter, der Mensch über 146.000 Zapfen/Quadratmillimeter. Dagegen ist die Anzahl der Stäbchen im Auge der Katze mit 460.000/Quadratmillimeter deutlich höher als beim Menschen – mit nur 160.000/Quadratmillimeter.

Der Sehnerv der Katze besteht aus etwa 1,1 Mio. Fasern. Bei uns Menschen sind es nur etwa 85.000 Fasern.

Aufgrund der Tapetum lucidum kann eine Katze im Dunkeln 6-fach besser sehen als der Menschen. Das Tapetum lucidum ist übrigens auch der Grund dafür, dass Katzenaugen bei Dunkelheit leuchten, sofern sie von einem Lichtstrahl berührt werden.

Hören

Katzen verfügen auch über ein ausgezeichnetes Gehör. Die Katzen hören zwischen 30 Hz bis über 100.000 Hz, der Mensch je nach Alter etwa 15 Hz bis ca. 20.000 Hz. Katzen können mit ihrem Gehör die Höhe einer Schallquelle über dem Boden bestimmen und sie können Schallquellen, die hintereinander liegen unterscheiden. Dies dient unter anderem dazu die Richtung von Objekten zu definieren und auch ob etwas auf sie zu kommt oder sich entfernt.

Selbst das leiseste Rascheln und das leiseste Quieken von Nagetieren wird noch erfasst. Auch das Umblättern einer Zeitschrift oder eines Buches ist für die Katze gut hörbar. Viele elektronische Geräte, wie Digitalkameras, erzeugen Töne im für uns Menschen nicht hörbarem Bereich, die für Katzen aber sogar störend wirken können. Daher ist passiert es fast immer, dass eine tiefschlafende Katze wach wird, wenn der Halter die Digitalkamera für ein Foto einschaltet.

Die Ohren einer Katzen lassen sich unabhängig voneinander in fast alle Richtungen drehen, wodurch es ihr möglich ist Beutetiere regelrecht zu orten und selbst bei Dunkelheit durch einen gezielten Sprung zu erwischen.

Riechen

Der Geruchssinn von Katzen ist etwa doppelt so gut wie der des Menschen, ist andererseits aber nicht so gut wie der eines Hundes.

Zum Riechen verfügen Katzen über ca. 20 Quadratzentimer Riechfläche, der Mensch hat nur etwa 2 Quadratzentimer Riechfläche. Alle 2 bis 3 Monate setzt die Riechzellenmauser ein und die Riechzellen der Katze erneuern sich.

Bei der Wahrnehmung mancher Gerüche, Baldrian, Katzenminze etc. reagieren viele Katzen regelrecht berauscht. Zum Riechen nutzen die Katzen auch das Jacobsonsche Organ. Sie flehmen.

Schmecken

Katzen verfügen über Geschmacksknopsen auf der Zunge. Diese sind allerdings bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei uns Menschen. Sie sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, die für die Katze wichtigen tierischen Aminosäuren im Fleisch zu erkennen.

Es gilt heute als sicher, dass Katzen nicht in der Lage sind süß, wie Zucker, Honig, etc., zu schmecken. Sie können allerdings durchaus saure, salzige und bittere Substanzen unterscheiden.

Tasten

Katzen sind am gesamten Körper mit Tastrezeptoren ausgestattet. Es gibt etwa 15 verschiedene Tastrezeptorengruppen, die unterschiedliche Reaktionszeiten zum Gehirn haben. Katzen können schnell, langsam und Druck spüren.

Die Empfindlichkeit das Tastrezeptoren nimmt von vorn nach hinten am Körper ab. Der empfindlichste Bereich einer Katze ist im Schnauzenbereich. Dort verfügt die Katze über Tasthaare, schnelle Wärmerezeptoren, Druckrezeptoren und Haut-Tastsinnzellen.

Die Tasthaare sind die Schnurrhaare (Vibrissen), die sich an 3 Stellen am Kopf befinden. Sie dienen neben dem Tasten auch als Augenschutz und zur Orientierung.

Die Druckrezeptoren befinden sich auch an den Pfötchen. Jeder Ballen und auch zwischen den Zehen befinden sich die Druckrezeptoren. Katzen mögen es daher sehr, wenn sie sich über unterschiedliche Bodenarten (Teppich, Pappe, Handtuch, Laminat, Fliesen) bewegen können.

Kälte und Wärme werden von der Katze als 2 verschiedene Sinne wahrgenommen. Katzen reagieren ab 40 °C bis 42 °C auf Wärme. Kälte wird ab 20 °C bis 25 °C wahrgenommen. Daher kann es vorkommen, dass eine Katze über eine abkühlende Herdplatte läuft und nicht sofort merkt, dass die Platte noch zu heiß ist und sie sich gerade die Pfötchen verbrannt hat.

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